Veil – Spalten
Spuren im Raum
„Veil – Spalten“ ist die erste Arbeit der Reihe Veil. Hier steht der Aufbau, den alle weiteren teilen.
Eine Kugel aus Stäben, darauf eine Landschaft und rollende Würfel – wie in Minimal Sphere. Doch die Körper sind schwarz: Sie verdecken, was hinter ihnen liegt, und nur ihre Kanten zeichnen sich weiß ab. Auch die Kanten leuchten nicht gleichmäßig. Langsam ziehende Lichtwolken stehen im Raum; wo eine Wolke das Gerüst trifft, leuchten die Linien auf und werden breiter, dazwischen vergehen sie fast ganz.
Alles, was sich bewegt, hinterlässt eine Spur aus weißen Punkten, die fest im Raum stehen bleiben: jede Ecke jedes rollenden Würfels, die Kanten der Landschaft und einzelne hohe Stäbe, sobald die Kugel sich dreht, einrastet oder nachfedert. Je schneller die Bewegung, desto kräftiger die Punkte. Dann treiben sie weiter, mit dem Schwung ihrer Quelle und in einer fraktalen Drift, fächern sich zu Schleiern und Nebeln auf, werden kleiner und durchsichtiger und vergehen. Die Kamera fährt frei um die Kugel und durch die Punktwolke – der Raum selbst wird zum Gedächtnis der Bewegung.
Veil ist die sechste Reihe nach Minimal Quaderspuren, Minimal Sphere, Raw Cube, Minimal Ring und Ring Quader: Aus der Kugel wird ein Schleier.
Die Landschaft dieser Arbeit: Säulenbänder in Spalten, drei Spuren mit Würfelobjekten aus 3 × 3 × 3 Würfeln.
Einordnung im postdigitalen Setzungsmodell
Die Grundform der Reihe: Spuren auf der Kugel – und jede Bewegung setzt Punkte in den Raum, die bleiben, während ihre Quelle weiterzieht.
Die Reihe arbeitet mit Raster, Rhythmus und Wiederholung – und mit dem, was die Bewegung hinterlässt. Jede Ecke, jede Kante, die sich bewegt, setzt Punkte fest in den Raum, kräftiger, je schneller sie ist. So wird die Wiederholung zur Spur, die sich überlagert und langsam vergeht.
Kugel, Stab und Würfel sind konkrete Formen, hier aufs Äußerste zurückgenommen: schwarz, nur von ihren Kanten gezeichnet. Aus ihrer Bewegung löst sich ein Schleier aus Punkten, der driftet, sich auffächert und zu Nebel zerfließt – die informelle Folge konkreter Strukturen, so deutlich wie in keiner der vorigen Reihen. Zwischen beiden Polen lassen sich die Stufen verfolgen: der Körper, seine Kante, der Punkt, der Schleier, der Nebel.
Zwischen ungegenständlich und gegenständlich gilt: Die räumliche Ansicht stellt die Körper gegenständlich dar. Ihre Spur verliert Kontur und Ordnung und wird informell – gegenständlich bleibt sie trotzdem, denn sie nimmt weiter Raum ein; der Raum selbst wird zum Gedächtnis der Bewegung. Damit ist die Reihe eine virtuelle Skulptur in Bewegung – eine skulpturale Digitalanimation.
Videos
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VeilSpaltenSchleier
Veil – Spalten – Rundgang